Ein Roman von Christoph Ransmayr
Einleitung:
Christoph Ransmayr versteht es, magische, poetische und zugleich mächtige Worte zu finden – Worte, die Bilder entstehen lassen und lange nachhallen.
In seinem Roman Der fliegende Berg, der in Versform geschrieben ist, zeigt er ein feines Gespür für innerseelische Prozesse und fasst sie in eine ergreifende, symbolisch dichte Sprache.
Es entsteht ein vielschichtiges, poetisches Epos – eine Grenzerfahrung zwischen Leben und Tod, eine Erzählung über die Beziehung zweier Brüder und über die Heilkraft der Liebe angesichts des Unausweichlichen.
Der Roman erzählt die Geschichte zweier Brüder – Liam und Pad –, die von der Südküste Irlands aufbrechen, um in das osttibetische Land Kham zu reisen und den Phur Ri, den „fliegenden Berg“, zu besteigen. Es ist die Geschichte einer Suche nach dem letzten weißen Fleck auf der Weltkarte – und zugleich nach der inneren Heimat und nach dem eigenen Selbst.
Die Erzählung wird von Pad, dem jüngeren Bruder, getragen – von jenem, der die Reise überlebt und dessen Stimme uns durch die Geschehnisse führt.
Der fliegende Berg erschien 2006 im S. Fischer Verlag.
Der Roman:
Der Roman setzt mit einer mächtigen, intensiven Beschreibung ein: wir werden unmittelbar mit dem endgültigen Verlust konfrontiert – mit dem Tod.
Die Tatsache, dass die Geschichte mit genau diesem Moment beginnt, macht deutlich, dass sie das Unausweichliche bereits in sich trägt.
Von Anfang an liegt eine Spannung in der Luft.
Eine Trauer wird spürbar, eine Melancholie, eine Sehnsucht – sie durchzieht die Erzählung wie ein Grundton, der nicht mehr verstummt. Bereits in den ersten Zeilen kündigt sich eine große Suche an.
„Ich starb hoch über den Wolken
und hörte die Brandung,
glaubte die Gischt zu spüren,
die aus der Tiefe zu mir emporschäumte
und mich noch einmal hochtrug zum Gipfel,
der nur ein schneeverwehter Strandfelsen war,
bevor er versank“ (S. 10)
„War ich am Grund des Meeres?
Oder am Gipfel?
In einem schmerzlosen Frieden,
von dem ich heute weiß,
dass er tatsächlich das Ende war, mein Tod
und nicht bloß die völlige Erschöpfung,
Höhenwahn, Bewusstlosigkeit,
hörte ich eine Stimme, ein Lachen:
Steh auf!
Es war die Stimme meines Bruders.
Wir hatten uns im Wettersturz
der vergangenen Nacht verloren.
Ich war gestorben.
Er hat mich gefunden.
Ich öffnete die Augen. Er kniete neben mir.
Hielt mich in seinen Armen. Ich lebte. (S. 11)
……..
Mein Bruder ist tot.
Seit mehr als einem Jahr liegt er nun
im Eis begraben,
am Fuß der Südwand des Phur-Ri
…. „ (S. 19)
Pad, der jüngere Bruder, erzählt die Geschichte nach Liams Tod. Der unendliche Verlust ist spürbar: Er geht durch das leere Haus auf Horse Island und sucht in seinen Erinnerungen Halt. Für all das Geschehene, für seine Gefühle, versucht er einen Platz im eigenen Inneren zu finden – sie zu ordnen, zu integrieren. Die Worte wandern von Horse Island bis zum Gipfel des Phur Ri, streifen die raue Landschaft der Insel, die karge Höhe des Berges. Sie gleiten durch Kindheit und Einsamkeit und kehren immer wieder zu Liam zurück – und Pads Schuldgefühl, das ihn nicht loslässt. So nimmt Pad uns mit: zum Anfang der Geschichte, der zugleich Anfang des Endes ist.
Am Anfang steht Liams Suche – innen wie außen. In einer Sturmnacht glaubt er, einen weißen Fleck zu entdecken, ein unberührtes Stück Welt. Sehnsucht treibt ihn, es zu erkunden, zu erreichen, zu besetzen.
Von hier aus entfaltet sich die Geschichte: eine Reise durch das Leben der Brüder, durch Erfahrungen, Verluste und Kämpfe.
Auch wenn nichts darauf hindeutet, dass die Brüder den Phur Ri jemals erreichen könnten, bleibt Liam unbeirrbar. Schließlich findet er den Weg nach Tibet, zum Berg.
Immer deutlicher wird: Die Reise ist sein Versuch, eine Leerstelle zu füllen – auf der Karte und in seinem Inneren. Sein Blick bleibt auf die Ferne gerichtet, auf den weißen Fleck, auf das Unerreichbare.
Pad erzählt von der Reise und von Liam – und zugleich von sich selbst. Er lebt nicht seinen eigenen Traum, sondern den Traum des Bruders, gefangen in dessen Sehnsucht.
Seine Worte tragen den Schmerz innerer Kämpfe, die Treue und Zerrissenheit zugleich.
„Liam wollte nichts sehen,
Liam wollte nichts hören.
Liam entwarf. Liam träumte.“ (S. 95)
„Liam, mein Liam, mein Bruder:
Habe ich nicht in dein Schnarchen geflüstert
und dich nicht angebrüllt?
Habe ich dir jemals gesagt,
dass ich nicht länger in deiner Spur,
nicht an deinem Seil und nicht auf deiner Insel,
nicht in deinen Leidenschaften und auch nicht mehr
in deinen Programmen, verflucht, Liam!
weiterleben, weiterstolpern wollte?
Habe ich nicht.
Ich habe es versäumt.
Ich war wütend, ich war oft wütend,
aber ich schwieg.“ (S. 97)
Kindheitserinnerungen brechen hervor: eine Insel des Verlassens, der Einsamkeit. Viele Verwandte und Bekannte gingen fort, suchten ihr Glück anderswo. Nur der Vater blieb – Kämpfer für das „wahre Irland“, Hüter eines Stücks Heimat.
„Und war doch geblieben
unter einem unverrückbaren Himmel
an einem unverrückbaren Ort.“ (S. 57)
Einsamkeit durchzieht die Zeilen und das Leben der Brüder. Pad erinnert die Mutter, ihren Weggang, ihr Bild in seinen Träumen.
Er beschreibt Vater und Liam als Menschen voller unerfüllter Sehnsucht. Liam verbarg vieles – auch seine Sehnsucht nach Liebe, nach einem gleichgeschlechtlichen Partner.
„So hatte Liam wie unser Vater gewiss früh begonnen,
Listen zu führen mit unerfüllbaren Wünschen,
und einer davon war wohl der nach dem Leben
mit einem Gefährten, einem Geliebten,
nicht im Verborgenen,
sondern an jener von Westwinde beherrschten Küste,
nach der er sich zurücksehnte
während all seiner Jahre im Irgendwo.“ (S. 105)
Pads Sprache ist zart und melodisch, sie trägt Tiefe, Sehnsucht und Schmerz.
Pad erzählt auch von seiner eigenen inneren Reise, die er allmählich in Worte fasst. Im Verlauf erkennt er die Umrisse seines Selbst immer deutlicher. Auch er sucht – nicht den weißen Fleck auf der Landkarte, sondern einen Ort der Zugehörigkeit. Und anders als sein Bruder findet Pad auf dem Weg zum Berg und zu seinem Schicksal etwas Unerwartetes: die Liebe. Er begegnet der Nomadin Nyema.
Mit Nyemas Auftauchen betritt eine kraftvolle, melodische Stimme die Bühne von Pads innerer Erzählung. Sie bringt Geschichten mit – über ihren Clan, den Berg, die Natur und die Menschen. Nyema bringt das Weibliche, Weiche und Versorgende in die Geschichte – etwas, das zuvor in der männerdominierten und vom Weiblichen verlassenen Erzählung gefehlt hat. Zugleich trägt sie das Mystische, Verführerische und Rätselhafte hinein. Sie erzählt die Geschichte vom fliegenden Berg. Und Pad hört zu.
Durch Nyema – durch ihre Erzählungen, durch ihre Liebe – findet Pad zum ersten Mal zu sich. Er beginnt zu erkennen, wer er ist. Anders als sein Bruder nimmt er das irdische Dasein an und wendet sich von der unstillbaren Sehnsucht ab.
„ In Nyemas Augen war daher nur natürlich
und selbstverständlich, dass ihre Geschichte
auch mich weiter und weiter vom Meer
und meinen Erinnerungen und meinem Bruder Liam
weg- und gleichzeitig heimzuführen begann
in eine Welt, in der ich ganz alleine mit mir war.“ (S. 150)
Nyemas Geschichten lehren ihn über das Leben und die Menschen, über Grenzerfahrungen und Vergänglichkeit – und zugleich über Wandlung, Entwicklung und das menschliche Dasein.
„Phur-Ri, sagte Nyema, a mountain that flies,
dieser Berg, der strahlendste und größte von allen,
sollte jeden, der aufrecht gehen und sprechen konnte,
daran erinnern, dass nichts, nichts!,
und sei es noch so mächtig, so schwer,
eisgepanzert, unbetretbar, unbesiegbar,
für immer bleiben durfte,
sondern dass alles davonmusste,
verfliegen!, irgendwann auf und davon,
dass dann aber auch das Verschwundene
nicht für immer verschwunden blieb,
sondern nach dem Stillstand und Neubeginn
selbst der allerfernsten Zeit und,
wenn auch verwandelt,
zersprungen zu tausend neunen Formen und Gestalten,
wiederkehrte und ein Rad oder ein Stern
oder bloß eine Gebetsmühle, eine Wollspindel
sind von neuem zu drehen begann,
dafür, alleine dafür, sollte der Phur-Ri
ein Beispiel und Denkmal sein,
wenn er sich wieder und wieder erhob,
manchmal nur für Stunden oder Tage
erhob und verschwand, ja, davonflog
und doch immer wiederkehrte,
…. “ (S. 155,156)
Liam entfernt sich, wird unerreichbar. Getrieben von Sehnsucht verliert er den Bezug zur Realität, lässt Sicherheit und Gemeinschaft zurück. Der Berg ist für ihn kein Ankommen, nur eine weitere Aufgabe, ein nächster Schritt im endlosen Vorwärts.
Pad hält die Verbindung. Zwischen Liam und dem Clan, zwischen Liam und der Welt.
Der Clan steht für Sicherheit, für Wirklichkeit – Gegenpol zu Liams rastlosem Streben.
Pad dagegen sucht nach Bindung, nach einem Ort, an dem er bleiben kann, nach einem Nachhall, der ihn trägt.
Diese Spannung zwischen den Brüdern zeigt sich bereits in ihrem ersten Aufstieg: Liam läuft voraus, schafft einen großen Abstand. Pad fragt sich, ob Liam ihn prüfen will – ob er testen möchte, ob Pad bereit ist, ihm zu folgen. Doch je weiter sie steigen, desto größer wird die Distanz.
Dieser Abstand ist nicht nur körperlich, sondern auch symbolisch: Er steht für die wachsende Kluft zwischen den Brüdern. Je größer sie wird, desto stärker erinnert sich Pad an ihre gemeinsame Kindheit – an das Weggehen der Mutter, an die Wutausbrüche des Vaters, an die Einsamkeit. Und an das, was vielleicht das Einzige Gute war: die Beziehung zwischen den Brüdern, ihr Zusammenhalt. Gerade in der Distanz zu Liam wird für Pad die Erinnerung an diese Nähe lebendig.
Je höher Pad auf den Berg steigt, desto stärker wächst seine Sehnsucht nach Heimat – nach Nyema, nach der Liebe, nach etwas Irdischem, das ihn trägt. Doch die wachsende Distanz, die sich zur unüberwindbaren Kluft ausweitet, mündet schließlich im größten Verlust: im Tod. Mit ihm endet Liams Reise, seine unerbittliche Suche nach dem Unbenannten, sein rastloses Verlangen nach dem letzten weißen Fleck.
Meine Auseinandersetzung
Der fliegende Berg ist ein wunderschöner, poetischer und melancholischer Roman voller wunderschöner Passagen voller Tiefe und Sehnsucht.
Die Suche verdichtet sich zunächst in der Suche nach etwas Besonderem, dem größten Berg und der Lücke, der Leerstelle auf diesem Berg.
Der Berg ist ein besonderes Symbol. Er steht für Kraft, Stärke und Unvergänglichkeit – zugleich aber auch für Leistung und Mühsal. Der beschwerliche Aufstieg verweist auf die Anstrengung, die notwendig ist, um eine erweiterte Perspektive zu gewinnen. Wer den Gipfel erreicht, erfährt die Erhabenheit der Höhe, aber auch die dünne Luft, die an die Grenzen des Menschen erinnert.
Als Symbol verweist der Berg auf die inneren Wege des Menschen. Der Aufstieg spiegelt die Mühsal der Entwicklung, die Konfrontation mit Widerständen und die Möglichkeit der Transformation. Er steht für die Sehnsucht nach Höhe und Transzendenz – und zugleich für die Erinnerung an die Endlichkeit, denn wer den Gipfel sucht, begegnet auch der Gefahr des Absturzes. Der Berg ist damit ein Bild für die Spannung zwischen Erhebung und Grenze, zwischen Leben und Tod, zwischen dem Streben nach Sinn und der Erfahrung von Begrenzung.
Es scheint sich die Sehnsucht nach etwas Bleibendem, nach etwas Unvergänglichem in dem Streben nach dem Berg widerzuspiegeln, was die Brüder und insbesondere Liam ersehnen. Und gleichzeitig ist genau das unerreichbar, denn das Leben ist vergänglich. Und die Geschichte führt zwangsläufige bzw. konfrontiert uns mit der Realität und der Vergänglichkeit. Diese zeigt uns, dass egal wie weit der Mensch geht, egal wie viel Leistung der Mensch erbringt, das Leben mit dem Tod endetet, bzw. der Mensch mit aller Leistung dieser Welt die Unsterblichkeit nicht zu erreichen vermag.
Von diesem Gesichtspunkt aus, könnte Liams Sehnsucht auch als eine Anlehnung gegen das Unvermeidliche, gegen die Menschlichte Realität und Grenzen des menschlichen Daseins gewertet werden. Diese Anlehnung führ zu Unzufriedenheit und zum Schmerz, da diese eben nicht in Erfüllung gehen kann.
In der Adoleszenz erkennt der Mensch seine Abgetrenntheit von der Natur – und dass er sterben muss. Die Liebe verspricht im Unbewussten eine Gegenstrategie: Sie soll die Entfremdung aufheben, Heimat schenken in einem anderen Menschen, wie einst bei der Mutter. Der Kampf um die Liebe ist zugleich ein Kampf gegen Vereinzelung, Verlorenheit und Tod (Grieser, 2018).
An dieser Stelle ließe sich die Fantasie entwickeln, dass Pad genau das schafft: Er findet die Liebe. Er findet nicht nur den Weg zu einem anderen Menschen, sondern auch zur Natur, zur Welt und zu sich selbst. Das bewahrt ihn vor dem Tod auf dem Berg. Liam hingegen, verliert den Bezug zur Realität – zur Welt, zur Natur, zu anderen Menschen, ja sogar zu seinem Bruder. Er kann dem Tod nicht entkommen, weil er den seelischen Tod längst vollzogen hat.
Meine Motivation, mich mit diesem Roman auseinanderzusetzen und auf mich wirken zu lassen, war der Wunsch, die unendliche Suche des Menschen – die hier so greifbar beschrieben und in jedem Satz atmosphärisch spürbar wurde – aufzugreifen und ihr Raum zu geben.
Nicht jede Suche führt auf den höchsten Gipfel. Die meisten bleiben im Alltag verankert, durchdringen das Leben der Menschen, prägen ihre Schritte, ihre Gedanken, ihre Beziehungen. Es sind Suchen, die sich in unendlichen Kämpfen zeigen, in unsäglichem Schmerz, und die oft kein Ende finden – weil sie Teil des Menschseins selbst sind.
Oft begegnen wir in Therapieräumen Menschen, die von ihrer Suche erschöpft sind – gezeichnet von Verlusten und den Narben ihrer Niederlagen. Sie tragen die immer wiederkehrende Hoffnung in sich, dass die nächste Suche endlich Erfolg bringen möge. Doch ebenso wiederholt sich die Enttäuschung: Nach dem Erreichen des nächsten Gipfels stellt sich nicht Erleichterung oder Stolz ein, sondern Leere – eine Leere, die bereits die nächste Suche ankündigt.
Es ist eine zutiefst traurige und tragische innere Dynamik: der Versuch, die Leere im Inneren durch eine weitere Eroberung im Leben zu füllen – und daran zu scheitern. Dieses Scheitern ist umso schmerzhafter, weil es jedes Mal eine Wiederholung bedeutet, ein Erinnern daran, dass etwas Unerfülltes, Ungesehenes bleibt. Eine Leere, so gewaltig, dass sie selbst durch das größte Ergebnis, die außergewöhnlichste Leistung, nicht heilbar zu sein scheint.
Manchmal führt der Weg solcher Menschen in die Therapie, wenn ein Kampf verloren ist und die Leere nicht mehr auszuhalten scheint. Oder wenn der äußere Kampf jede Kraft verzehrt hat und nur noch Erschöpfung bleibt – eine unendliche Sehnsucht, die den Menschen einsam zurücklässt.
Der heilsame – und zugleich schmerzhafte – Weg aus dieser Dynamik kann darin bestehen, sich der Leerstelle zu stellen: sie in den Fokus zu nehmen, sie zu fühlen, zuzulassen und schließlich als Teil des eigenen Selbst anzuerkennen, anstatt sie mit der nächsten besonderen Aufgabe zurückzudrängen. Es geht darum, den Schmerz und die Leerstelle anzunehmen, ihnen mit Mitgefühl zu begegnen und zu betrauern, was war – oder was nie sein durfte.
Ein solcher Prozess geschieht nicht in der Einsamkeit. Für diesen Weg, der viele Jahre dauern kann, braucht der Mensch ein Gegenüber – jemanden, der bereit ist, gemeinsam hinzuschauen und auszuhalten, was ausgehalten werden muss; zu betrauern, was betrauert werden muss; und loszulassen, was losgelassen werden darf.
Nur wenn wir unsere Unzulänglichkeit, unsere Begrenztheit und unsere Wunden annehmen, können wir uns selbst sehen, fühlen und uns wahrhaftig mit einem Gegenüber verbinden. In dieser Annahme liegt die Möglichkeit der Liebe – als Gegenkraft zum Tod, als Antwort auf die innere Leerstelle.
Darum ist Pad derjenige, der überlebt: weil er nicht nur den Berg erklimmt, sondern den Weg zu sich selbst findet – und in der Begegnung mit Nyema erfährt, dass Liebe die einzige Kraft ist, die den Abgrund überbrücken kann.
Die Geschichte der Brüder erzählt von Sehnsucht, Verlust und der Suche nach dem letzten weißen Fleck. Doch sie erinnert uns daran, dass die eigentliche Suche im Inneren liegt – in der Fähigkeit, unsere Wunden zu tragen und uns dennoch zu verbinden. Nur so wird aus der Tragik eine Möglichkeit: die Möglichkeit von Liebe, die Möglichkeit von Leben.
In der aktuellen Fassung vom 21.12.25
Literatur:
Ransmayr, C. (2006). Der fliegende Berg. Frankfurt am Main: S. Fischer.
Grieser, J. (2018). Der Tod und das Leben. Vergänglichkeit als Chance zur Entwicklung von Lebendigkeit. Gießen: Psychosozial-Verlag.